Therapie

Wir möchten Ihnen nachfolgend einige Informationen zu der von uns durchgeführten Schmerzbestrahlung bei chronischen entzündlichen und degenerativen (Arthrosen) Erkrankungen geben. Bei chronischen, schmerzhaften Sehnenentzündungen liegt in der Regel ein entgleister Entzündungsprozess zu Grunde welcher sich nicht von selbst, nach Abheilung des Gewebsschadens, herunterreguliert. Auch eine Arthrose selbst muss nicht schmerzhaft sein. Der Begriff der Arthrose bezeichnet lediglich die Abnutzung des Gelenkes. Erst wenn die Arthrose aktiviert wird, zur Arthritis wird, sich also entzündet, kommt oft der Schmerz in die Gelenke. Gegen diese Entzündung, gleichermaßen ob es sich um eine Weichteilentzündung der Sehnen, z.B. dem Fersensporn, oder eine Arthritis, z.B bei der Polyarthrose der Finger, handelt, ist der Strahl gerichtet.

Sollten bisherige Therapien wie Tabletten oder Einlagen etc. nicht geholfen haben, ist ggf. eine Strahlentherapie in Erwägung zu ziehen. Bei der Strahlentherapie von entzündlichen und degenerativen Erkrankungen handelt es sich um eine risikoarme Behandlung, die eine hohe Erfolgsrate bezüglich der Schmerzlinderung aufweist. Akute oder chronische Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten. Das Auslösen einer Krebserkrankung ist durch die sehr niedrige Strahlendosis sehr unwahrscheinlich und wurde bei diesen niedrigen Strahlendosen nicht beobachtet.

Selbstverständlich therapieren wir Ihre schmerzhaften Gelenke und Sehnen gemäß der aktuellen Leitlinienempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) und des aktuellen wissenschaftlichen Standes.

Die Bestrahlung eines Morbus Dupuytren oder Morbus Ledderhose zeigt ebenfalls eine hervorragende Wirkung, wenn sie im Frühstadium erfolgt.

Weitere Informationen über den Morbus Dupuytren und M.Ledderhose finden Sie hier:

Das Verfahren

Die Schmerzbestrahlung hat in Deutschland eine über 100 jährige Tradition. Bei der Strahlentherapie werden niedrigenergetische (weiche) Röntgenstrahlen angewandt. Die Strahlenqualität wird durch einen Facharzt für Strahlentherapie unter Mitwirkung eines Medizinphysikers je nach erkrankter Region bzw. Tiefe des entzündeten Gewebes berechnet und durch passende Filter modifiziert.

Das VerfahrenDie Dosis beträgt pro Sitzung 0,5 Gray. Je nach Erkrankung sind zwischen 6–12 Sitzungen nötig, die einzelne Bestrahlung dauert in der Regel ca. 40-60 Sekunden. Sollte nach 12 Wochen zwar eine Verbesserung Ihrer Beschwerden eingetreten sein, aber noch Beschwerden vorliegen, können wir eine weitere Bestrahlungsserie durchführen.

Das Wirkprinzip

Die Strahlentherapie bewirkt verschiedene beschwerdelindernde Prozesse. Zentral ist hierbei die Hemmung der Entzündungskaskade (antiphlogistische Wirkung) wie es auch die Schmerzmedikamente wie z.B das Diclofenac bewirkt. Die Medikamente benötigen jedoch das Blut als Transportmedium. Deshalb wirken Medikamente in wenig durchbluteten Gewebe wie z.B die Gelenkkapsel bei der Kniearthrose oder die Sehenansätze des Tennisellenbogen oftmals nicht so gut und lösen in gut durchbluteten Gewebe wie z.B dem Magen u.a. auch starke Nebenwirkungen aus. Der Strahl kommt jedoch von außen und wirkt auch in Gewebe, in das nur wenig Medikamentenwirkstoff hinein kommt. Der Strahl verteilt sich auch nicht im Körper wie es bei den Medikamenten der Fall ist, somit ist auch eine Strahlentherapie bei Patienten möglich, bei denen Schmerzmedikamente nicht gegeben werden dürfen. Desweiteren kommt es durch die Schmerzbestrahlung zu einer verbesserten Durchblutung (Gewebsperfusion). Dies kann schon während der Therapie zu einer Schmerzreduzierung führen wenn Stoffwechselabbauprodukte im entzündlichen Gewebe verbessert abtransportiert werden.

Entzündungskaskade, welche zu chronischen Schmerzen führt nach Rödel F et al. Int J Radiat Bio 2007;83:357-366.

Wirkprinzip

Um eine optimale Wirkung zu erzielen, ist es wichtig, zum richtigen Zeitpunkt und innerhalb eines festgelegten Zeitfensters, eine ausreichende Einzel- und Gesamtdosis zu verabreichen. Dies kann von Krankheit zu Krankheit sehr unterschiedlich sein. Während der Strahlentherapie kann es zunächst zu einer kurzfristigen Abnahme der Beschwerden kommen, dies ist vor allem auf die bessere Durchblutung und den Abtransport von Stoffwechselprodukten zurückzuführen. Im weiteren Verlauf können dann aber ggf. die Beschwerden zunächst auf das bekannte Maß wie-der zunehmen. Deshalb ist von großer Bedeutung, einen einmal begonnenen Behandlungsplan bis zum Ende durchzuführen. Eine Verschlechterung Ihrer Beschwerden ist durch die Therapie nicht zu erwarten.

Bitte beachten Sie, dass die eigentliche antientzündliche Wirkung mit einer langfristigen Beschwerdelinderung meist erst nach 6 bis 12 Wochen einsetzt.

Die Strahlenbelastung

Wir bestrahlen gutartige Erkrankungen mit sehr niedrigen Einzeldosen von 0,5 Gray, jeweils an jedem zweiten Tag der Woche (Mo., Mi., Fr.). Obwohl die Belastung mit so genannten „Streustrahlen“ sehr gering ist, schützen wir Ihre strahlensensiblen Organe wie die Schilddrüse oder die Geschlechtsorgane mit Bleischürzen.

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Die Strahlenbelastung, die z.B. bei der Bestrahlung z.B. des Fersensporns (1,2 mSv) auftritt, ist vergleichbar mit der von 12 Transatlantikflügen, (a 0,1 mSv), oder 6 Monaten Leben im Rhein-Main Gebiet (1,2 mSv), oder dem Aufenthalt von 2-3 Monaten auf der Zugspitze (0,1 mSv). Die Wahrscheinlichkeit hiervon eine Krebserkrankung zu bekommen, ist ausgesprochen gering und entspricht eher dem allgemeinen Lebensrisiko.

Entscheidend zur Verminderung der Strahlenbelastung ist zum einen die Fokussierung auf das schmerzhafte Gewebe (individuelle Feldgröße) und Ihre Positionierung außerhalb des Strahlenganges (Seitlich zur Bestrahlungsanlage) während der Therapie.

Das Erstgespräch

Die Erstgespräche in unserer Praxis finden nach Terminvereinbarung montags bis freitags statt. Bringen Sie hierzu bitte eine Überweisung für das laufende Quartal (ausgestellt auf Strahlentherapie!), aktuelle Röntgenbilder und Befunde sowie weitere zweckdienliche Unterlagen mit.

Nach der körperlichen Untersuchung und dem Aufklärungsgespräch wird das Bestrahlungsfeld angezeichnet; eine Simulationsaufnahme durchgeführt und je nach Befund und Untersuchungsergebnis die Bestrahlungsparameter festgelegt. Zur Dokumentation fertigen wir mehrere Fotographien an.

Je nach Befund, Erkrankung und Ausprägung sind ca. 6-12 Bestrahlungen notwendig mit denen wir in der Regel am folgenden Montag beginnen können.

Wir vereinbaren mit Ihnen (und jeweils 5 weiteren Patienten) einen Zeitkorridor von 30 Minuten z.B. zwischen 10:00 Uhr und 10:30 Uhr (und nicht fest z.B. 10:06 Uhr). In dieser Zeit können Sie dann entspannt zur Bestrahlung kommen.

Die Heilungsrate der Röntgentherapie sind in dem zwei Tagesrhythmus am besten, deshalb werden wir Sie jeweils Montag, Mittwoch und Freitag fest in dem vereinbarten Zeitkorridor bestrahlen.

Bitte bringen Sie zur Terminvereinbarung am Untersuchungstag Ihren Dienstplan, Kalender etc. mit.

Die Bestrahlungszeiten

Die Erstbestrahlung wird montags mit festem Termin zwischen 8:00 Uhr und 16:00 Uhr durchgeführt. Die übrigen 6-12 Bestrahlungen erfolgen 3 x pro Woche, jeweils Montag, Mittwoch und Freitag zwischen 7:30 Uhr bis 12:00 Uhr und 13:00 Uhr bis 16:30 Uhr nach Terminvereinbarung. Wir haben 2 unterschiedliche Wartebereiche für die beiden Bestrahlungsanlagen.

– Wartebereich 1 (grau)

– Wartebereich 2 (rot)

Bitte achten Sie darauf, nur in dem vereinbarten Bereich zu warten.

Wir vereinbaren mit Ihnen und jeweils 5 weiteren Patienten einen Zeitkorridor von 30 Min. z.B. zwischen 10:00 Uhr und 10:30 Uhr, (und nicht fest z.B. 10:06 Uhr) in dieser Zeit können Sie dann entspann zur Bestrahlung kommen.

Um Wartezeiten zu vermeiden, kommen Sie bitte nur in den vereinbarten 30 min. Zeitfenster zur Bestrahlung und weder zu früh noch zu spät.

Die Bestrahlungen erfolgen entsprechend der Reihenfolge Ihres Eintreffens, bitte achten Sie selbst darauf, wer vor und nach Ihnen gekommen ist. Wenn in Ihrem Wartebereich eine Umkleidekabine frei wird, treten Sie bitte ein, ohne auf eine Aufforderung zu warten. Entkleiden Sie hier lediglich das Bestrahlungsfeld und legen die Bleischürzen an. Hierbei helfen wir Ihnen selbstverständlich. Von hier aus werden Sie anschließend von uns in den Bestrahlungsraum geführt.

Die Nachschau

Sollten sich 3 Monate nach Abschluss der Bestrahlung die Befunde gebessert haben, aber noch Restbeschwerden vorliegen, vereinbaren Sie bitte einen neuen Termin in unserer Praxis in Frankfurt unter Tel.: 069-175 36 883.

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Zusammenfassung

Bei der Strahlentherapie von entzündlichen und degenerativen Erkrankungen handelt es sich um eine über Jahrzehnte bewährte und risikoarme Behandlung mit hoher Erfolgsrate bezüglich der Schmerzlinderung. Akute oder chronische Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten.

Das Auslösen einer Krebserkrankung ist durch die sehr niedrige Strahlendosis sehr unwahrscheinlich und wurde bei diesen niedrigen Strahlendosen nicht beobachtet.

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